Was das Einstellen der Scheinwerfer kostet
Zu hoch eingestellte Scheinwerfer blenden entgegenkommende und vorausfahrende Fahrer, weil das Licht statt auf die Fahrbahn in die Augen der anderen fällt. Beim bundesweiten Licht-Sicht-Test 2025 traf das nach Zahlen von Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und Deutscher Verkehrswacht auf 9,5 Prozent aller geprüften Autos zu. Insgesamt hatte mit 27,8 Prozent mehr als jedes vierte Auto irgendeinen Mangel an der Beleuchtung, ein Jahr zuvor waren es noch 25,3 Prozent.
Am häufigsten betraf der Mangel den Hauptscheinwerfer selbst, bei 19,7 Prozent der geprüften Autos. Bei der Beleuchtung am Heck fiel jedes zehnte Auto auf, meist wegen einer defekten Lampe oder einer trüben Abdeckung. Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen, was zeigt, dass viele Fahrzeuge ihre Beleuchtung seltener prüfen lassen, als es sinnvoll wäre.
Wie empfindlich die Einstellung reagiert, zeigt eine einfache Faustzahl aus dem Umfeld des Licht-Tests. Ist ein Scheinwerfer nur um ein Prozent zu hoch ausgerichtet, steigt das Risiko, andere zu blenden, um das 20-fache. Ist er dagegen ein Prozent zu tief eingestellt, verkürzt sich Ihre eigene Sicht um rund 30 Meter. Schon eine minimale Abweichung macht also einen spürbaren Unterschied.
Eine Korrektur ist meist schnell erledigt und günstig. Die Überprüfung und Justierung der Scheinwerfer kostet üblicherweise 10 bis 40 Euro und dauert nur wenige Minuten, unabhängig davon, ob Ihr Auto Halogen-, Xenon- oder LED-Scheinwerfer hat. Bei modernen Systemen mit vielen Sensoren kann eine aufwendigere Diagnose und Neueinstellung bis zu 50 Euro kosten. Verglichen mit anderen Werkstattarbeiten am Auto gehört das Einstellen der Scheinwerfer damit zu den günstigsten Posten überhaupt.
| Leistung | Kosten | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sichtprüfung und Justierung, Standardfall | 10 bis 40 Euro | gilt für Halogen-, Xenon- und LED-Scheinwerfer gleichermaßen |
| Diagnose bei modernen LED- oder Matrix-Systemen | bis zu 50 Euro | wenn die Grundeinstellung neu kalibriert werden muss |
| Prüfung beim Licht-Test im Oktober | kostenlos | kleine Mängel werden direkt behoben, Ersatzteile zahlen Sie zusätzlich |
Warum Scheinwerfer überhaupt verstellt werden
Scheinwerfer verstellen sich selten von selbst, meist steckt eine konkrete Ursache dahinter. Volle Beladung im Kofferraum oder ein Anhänger drücken das Heck nach unten, wodurch die Scheinwerfer vorn höher leuchten als eingestellt. Auch ein Wechsel der Glühbirne oder Arbeiten an Federung und Fahrwerk verschieben die Ausrichtung leicht. Selbst ein harter Schlag über einen Bordstein oder ein Ausweichmanöver bei einem Schlagloch kann die Halterung eines Scheinwerfers minimal verstellen, ohne dass Sie das sofort bemerken.
Viele Autos gleichen leichte Ladungsunterschiede selbst aus, über ein kleines Rädchen neben dem Lenkrad oder automatisch über Sensoren an der Karosserie. Bei voller Beladung oder mit Anhänger sollten Sie diese Leuchtweitenregulierung entsprechend nachstellen, sonst blenden Sie andere, obwohl die Grundeinstellung der Werkstatt in Ordnung war.
In der Werkstatt stellt der Mechaniker Ihr Auto vor ein Prüfgerät mit festen Messlinien in genau vorgeschriebenem Abstand. Er vergleicht die Hell-Dunkel-Grenze des Lichtkegels mit diesen Linien und justiert die Scheinwerfer, bis Höhe und Ausrichtung wieder stimmen. Bei modernen Systemen mit Kamera oder Sensor gehört dazu oft auch eine kurze elektronische Kalibrierung, nicht nur das Verstellen von Hand.
Eine Befragung des ADAC unter rund 1.089 Autofahrern zeigt, wie sehr das Thema im Alltag stört. Zwei Drittel empfinden Blendung durch andere Fahrzeuge als störend oder sogar unerträglich, und gut ein Viertel fühlt sich nachts regelmäßig oder fast immer geblendet. Wer seine eigenen Scheinwerfer korrekt einstellen lässt, trägt direkt dazu bei, dieses Problem für andere zu verringern.
Was der Licht-Test im Oktober prüft
Der Licht-Test ist eine bundesweite Aktion, die es nach Angaben des ZDK bereits seit 1956 gibt, seit 2026 also 70 Jahre. Organisiert wird sie gemeinsam vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, dem Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks und der Deutschen Verkehrswacht. Jedes Jahr im Oktober können Sie Ihre Beleuchtung bei teilnehmenden Werkstätten kostenlos prüfen und bei kleinen Mängeln direkt korrigieren lassen. Geprüft werden vor allem die Scheinwerfer, auf Wunsch aber auch Wischerblätter, Windschutzscheibe und Reifen.
Kleine Mängel behebt die Werkstatt dabei in der Regel sofort und kostenlos. Nur notwendige Ersatzteile sowie umfangreiche Diagnose- und Einstellarbeiten bei modernen Lichtsystemen müssen Sie bezahlen. Wer seine Beleuchtung ohnehin einmal im Jahr prüfen lassen möchte, ist im Oktober damit am günstigsten dran. Welche Werkstätten in Ihrer Nähe mitmachen, listet die Aktion in einem eigenen Werkstattverzeichnis im Internet auf.
Eine falsch eingestellte oder defekte Beleuchtung zählt außerdem seit Jahren zu den häufigsten Mängeln bei der jährlichen Fahrzeugprüfung. Wer seine Scheinwerfer schon vorher beim Licht-Test kontrollieren lässt, geht diesem Punkt beim nächsten Termin meist aus dem Weg, und spart sich damit auch einen möglichen zweiten Anfahrtsweg zur Nachprüfung.
Ob Sie jetzt zur Werkstatt sollten
Nicht jede Fahrt in die Werkstatt muss sofort sein. Zwei Fragen entscheiden, ob eine Einstellung eilt oder ob der nächste Termin oder der Licht-Test im Oktober reicht.
Blenden Ihre Scheinwerfer andere Fahrer, oder leuchten sie spürbar kürzer als früher?
Lassen Sie die Scheinwerfer zeitnah einstellen, am besten gleich beim Licht-Test im Oktober, wenn die Prüfung kostenlos ist.
Haben Sie kürzlich eine Glühbirne gewechselt, das Auto stark beladen oder einen Anhänger gezogen?
Prüfen Sie die Einstellung sicherheitshalber, weil sich die Leuchtweite bei solchen Änderungen leicht verschiebt.
Ein Test schadet trotzdem nicht, spätestens beim nächsten Werkstattbesuch oder beim Licht-Test im Oktober.
Was Sie vor dem Werkstattbesuch selbst prüfen können
Ein kurzer Check zuhause zeigt oft schon, ob wirklich die Grundeinstellung das Problem ist. Stellen Sie das Auto auf einer geraden, ebenen Fläche vor eine Wand oder ein Garagentor und vergleichen Sie bei Abblendlicht die Höhe des Lichtkegels beider Scheinwerfer.
Für ein verlässliches Ergebnis in der Werkstatt sollten Reifendruck und Tankfüllung stimmen, weil beides die Höhe des Fahrzeugs und damit den Lichtkegel beeinflusst. Melden Sie der Werkstatt außerdem, ob eine Kontrollleuchte für die Beleuchtung im Cockpit aufleuchtet, manche Autos zeigen einen Lampenausfall so direkt an.
Prüfen Sie zusätzlich, ob beide Scheinwerfer überhaupt gleich hell leuchten. Ist eine Seite spürbar dunkler, steckt oft eine alte oder falsch sitzende Glühbirne dahinter, kein Einstellungsfehler. Das lässt sich meist schon vor der Fahrt zur Werkstatt an einer hellen Hauswand erkennen, wenn Sie beide Lichtkegel im Dunkeln vergleichen. So sparen Sie sich unter Umständen die Fahrt zur Werkstatt ganz, wenn nur eine neue Glühbirne fehlt.
Häufige Fragen
Was kostet es, die Scheinwerfer einstellen zu lassen?
Das Einstellen der Scheinwerfer kostet in der Werkstatt meist 10 bis 40 Euro und dauert nur wenige Minuten. Bei modernen LED- oder Matrix-Systemen mit aufwendigerer Diagnose kann es bis zu 50 Euro kosten.
Wo kann ich meine Scheinwerfer kostenlos einstellen lassen?
Im ganzen Oktober bieten viele Werkstätten beim bundesweiten Licht-Test eine kostenlose Prüfung und Korrektur kleiner Mängel an. Außerhalb dieser Aktion berechnen die meisten Werkstätten 10 bis 40 Euro für die Einstellung.
Woran erkenne ich, dass meine Scheinwerfer falsch eingestellt sind?
Typische Anzeichen sind, dass entgegenkommende Fahrer aufblenden oder Sie selbst bemerken, dass die Fahrbahn vor Ihnen ungewöhnlich kurz ausgeleuchtet ist. Beim bundesweiten Licht-Test 2025 hatten 9,5 Prozent aller geprüften Autos zu hoch eingestellte Scheinwerfer.
Muss ich nach einem Glühbirnenwechsel die Scheinwerfer neu einstellen lassen?
Es ist sinnvoll, die Scheinwerfer danach prüfen zu lassen, weil sich die Ausrichtung beim Birnenwechsel leicht verschieben kann. Ein kurzer Check in der Werkstatt kostet meist nur wenig und schützt Sie davor, andere Fahrer unbemerkt zu blenden.
Welche Strafe droht bei blendenden Scheinwerfern?
Wer mit blendenden Scheinwerfern fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. Deutlich günstiger ist es, die Einstellung vorher in einer Werkstatt korrigieren zu lassen, besonders kostenlos beim Licht-Test im Oktober.
Beeinflusst die Beladung des Autos die Scheinwerfereinstellung?
Ja, eine volle Beladung oder ein Anhänger drücken das Heck nach unten und lassen die Scheinwerfer vorn höher leuchten. Stellen Sie in diesem Fall die Leuchtweitenregulierung am Rädchen neben dem Lenkrad entsprechend nach.
