Was Sie 2026 bei TÜV SÜD und TÜV NORD zahlen
Die Pflichtprüfung für Ihr Auto kennt jeder als TÜV, auch wenn nicht immer der TÜV persönlich prüft: DEKRA, GTÜ und KÜS bieten dieselbe Prüfung an. Amtlich heißt sie Hauptuntersuchung, kurz HU, und seit 2010 gehört der Abgastest dazu, amtlich Abgasuntersuchung oder AU. Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. In Bayern und Baden-Württemberg tritt TÜV SÜD als staatliche Prüfstelle auf und verlangt dort 63,30 Euro für die HU eines Pkw ohne Abgastest. In Hessen oder Nordrhein-Westfalen ist derselbe TÜV SÜD ein freier Anbieter und verlangt für dieselbe Prüfung 108,50 Euro.
Die Preise reichen bundesweit von 63,30 Euro für die HU allein bei TÜV SÜD in Bayern bis 167,90 Euro für HU mit Abgastest bei TÜV NORD in Niedersachsen. Für ein Motorrad mit Abgastest zahlen Sie zwischen 75,10 und 97,00 Euro, für einen Anhänger ohne Bremse zwischen 32,90 und 48,00 Euro.
| Prüfstelle und Bundesland | Pkw mit Abgastest | Pkw ohne Abgastest | Motorrad mit Abgastest | Anhänger ohne Bremse | Nachprüfung |
|---|---|---|---|---|---|
| TÜV SÜD, Bayern und Baden-Württemberg | 163,00 Euro | 63,30 Euro | 75,10 Euro | 32,90 Euro | bis zwei Drittel der Gebühr |
| TÜV SÜD, Sachsen | 163,00 Euro | 105,90 Euro | 94,00 Euro | 45,90 Euro | bis zwei Drittel des Entgelts |
| TÜV SÜD, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen | 160,00 Euro | 101,90 Euro | 94,00 Euro | 45,90 Euro | keine Angabe |
| TÜV SÜD, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland | 166,00 Euro | 108,50 Euro | 94,00 Euro | 45,90 Euro | keine Angabe |
| TÜV NORD, Niedersachsen | 167,90 Euro | 110,90 Euro | 97,00 Euro | 48,00 Euro | 24,00 Euro (Stufe 1), 42,00 Euro (Stufe 2) |
DEKRA, GTÜ und KÜS veröffentlichen keine bundesweite Preisliste, ihre Preise hängen an der jeweiligen Prüfstelle aus. Der Automobilclub ADAC beziffert den bundesweiten Durchschnitt 2026 auf gut 160 Euro für HU und Abgastest zusammen, 2020 waren es noch 112 Euro. Für Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen nennt der ADAC rund 180 Euro, für Wohnmobile über 7,5 Tonnen rund 200 Euro bei jährlicher Prüfung.
Wie oft muss Ihr Auto zum TÜV
Wie oft Ihr Auto zur Prüfung muss, hängt von der Fahrzeugart ab. Ein neuer Pkw muss 36 Monate nach der Erstzulassung zum ersten Mal zum TÜV, danach alle 24 Monate. Die nächste Frist beginnt mit dem Monat der letzten Prüfung. Seit dem 1. Juli 2012 wird die Plakette deshalb nicht mehr zurückdatiert: Wer im November statt im September zur Prüfung fährt, bekommt die neue Plakette für November in zwei Jahren.
- Pkw bis 3,5 Tonnen: die erste Prüfung nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate.
- Motorräder: alle 24 Monate, auch beim Neufahrzeug.
- Lkw bis 3,5 Tonnen: alle 24 Monate. Lkw über 3,5 bis 7,5 Tonnen: jedes Jahr.
- Anhänger bis 750 Kilogramm: die erste Prüfung nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate.
- Wohnmobile bis 3,5 Tonnen: die erste Prüfung nach 36 Monaten. Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 Tonnen alle 24 Monate, ab dem siebten Zulassungsjahr jedes Jahr. Über 7,5 Tonnen jedes Jahr.
Was Sie zahlen, wenn Sie die Frist überziehen
Eine Toleranzfrist gibt es nicht: Die Plakette wird mit Ablauf des aufgedruckten Monats ungültig. Das Verwarnungsgeld setzt trotzdem erst ein, wenn Sie mehr als zwei Monate überziehen, dann sind es 15 Euro, ab mehr als acht Monaten 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Ab demselben Zeitpunkt verlangt die Prüfstelle zusätzlich eine erweiterte Untersuchung mit 20 Prozent Aufschlag auf die reine Prüfgebühr. Bei TÜV SÜD in Bayern sind das 12,66 Euro, bei TÜV NORD in Niedersachsen 22,18 Euro.
| Überziehung | Pkw und Motorrad | Fahrzeuge mit Sicherheitsprüfung | Zusätzliche Kosten |
|---|---|---|---|
| bis 2 Monate | kein Verwarnungsgeld | 15 Euro | keine erweiterte Untersuchung |
| mehr als 2 bis 4 Monate | 15 Euro | 25 Euro | 20 Prozent Aufschlag auf die HU-Gebühr |
| mehr als 4 bis 8 Monate | 25 Euro | 60 Euro und 1 Punkt | 20 Prozent Aufschlag auf die HU-Gebühr |
| mehr als 8 Monate | 60 Euro und 1 Punkt | 75 Euro und 1 Punkt | 20 Prozent Aufschlag auf die HU-Gebühr |
Was passiert, wenn Sie beim TÜV durchfallen
Fünf Stufen sind möglich: kein Fehler, ein kleiner Fehler, ein größerer Fehler, ein gefährlicher Fehler, oder ein Fehler, der Ihr Auto sofort fahruntüchtig macht. Auf dem Prüfbericht stehen dafür die Begriffe ohne Mängel, geringe Mängel, erhebliche Mängel, gefährliche Mängel und verkehrsunsicher. Nur bei den ersten beiden Stufen bekommen Sie die Plakette.
Bei einem kleinen Fehler haben Sie einen Monat Zeit, ihn zu beheben. Bei den zwei mittleren Stufen brauchen Sie danach zusätzlich eine Nachprüfung innerhalb desselben Monats. Ist Ihr Auto nicht mehr verkehrssicher, müssen Sie sofort stehen bleiben, ohne jede Frist.
| Einstufung | Plakette | Was Sie tun müssen | Frist |
|---|---|---|---|
| ohne Mängel | ja | nichts | nächste HU nach 24 Monaten |
| geringe Mängel | ja | Mängel beheben lassen, ohne erneute Vorführung | spätestens innerhalb eines Monats |
| erhebliche Mängel | nein | reparieren und zur Nachprüfung vorführen | innerhalb eines Monats |
| gefährliche Mängel | nein | sofort reparieren und zur Nachprüfung vorführen | innerhalb eines Monats |
| verkehrsunsicher | Plakette wird entfernt | Fahrzeug darf nicht weiterfahren, die Zulassungsbehörde wird benachrichtigt | sofort |
Die Nachprüfung kostet deutlich weniger als eine komplette neue Prüfung. TÜV NORD berechnet in Niedersachsen 24,00 Euro für die erste Stufe und 42,00 Euro für die zweite. TÜV SÜD deckelt sie auf zwei Drittel der normalen Gebühr, der ADAC nennt rund 30 Euro als üblichen Wert. Die Monatsfrist ist hart: Überschreiten Sie sie auch nur um einen Tag, brauchen Sie eine komplett neue Prüfung zum vollen Preis.
Hat der Prüfer einen größeren oder gefährlichen Fehler gefunden?
Liegt die Prüfung weniger als einen Monat zurück?
Lassen Sie den Fehler beheben und fahren Sie zur Nachprüfung. Sie zahlen nur die Nachprüfungsgebühr, bei TÜV NORD ab 24,00 Euro.
Die Nachprüfungsfrist ist verstrichen. Sie brauchen eine komplett neue Prüfung zum vollen Preis, zum Beispiel 163,00 Euro bei TÜV SÜD in Bayern.
Ist der Monat auf der Plakette schon mehr als zwei Monate überschritten?
Vereinbaren Sie sofort einen Termin. Die Prüfstelle führt eine erweiterte Untersuchung mit 20 Prozent Aufschlag durch, bei einer Kontrolle drohen 15 bis 60 Euro und ab acht Monaten ein Punkt.
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin. Verwarnungsgeld und Aufschlag fallen erst an, wenn Sie mehr als zwei Monate überziehen.
Jedes fünfte Auto fällt 2026 beim TÜV durch
Für den TÜV-Report 2026 hat der TÜV-Verband rund 9,5 Millionen Prüfungen von Pkw ausgewertet, die zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 30. Juni 2025 stattfanden. 21,5 Prozent der Autos fielen mit einem größeren oder gefährlichen Fehler durch, 0,9 Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Nur 66,1 Prozent bestanden ohne jeden Fehler, so wenige wie seit neun Jahren nicht mehr. Der TÜV-Verband erklärt das mit dem Alter der Flotte: Ein Pkw in Deutschland ist im Schnitt 10,6 Jahre alt, 2015 waren es noch 9,0 Jahre.
Das Alter entscheidet, wie wahrscheinlich Sie durchfallen. Bei der zweiten Prüfung nach fünf Jahren scheitert etwa jedes zehnte Auto, bei der fünften nach elf Jahren sind es 22,9 Prozent, bei der siebten nach 15 Jahren 32,9 Prozent. Rund 135.000 Autos im Jahr stufen die Prüfer als gefährlich für den Straßenverkehr ein, etwa wegen undichter Bremsleitungen, lockerer Lenkungsteile oder gebrochener Federbeine. Weitere rund 12.000 Autos gelten als nicht mehr verkehrssicher und werden sofort stillgelegt. Rund 90 Prozent davon sind zehn Jahre oder älter.
Elektroautos haben eigene Schwachstellen. Die Antriebsbatterie beschwert das Auto, das belastet die Achsaufhängungen. Und weil die Bremsen beim Verzögern Energie zurückgewinnen, werden die Bremsscheiben selten benutzt und rosten eher fest. Der TÜV-Verband rät Fahrern von Elektroautos deshalb, zwischendurch bewusst kräftig zu bremsen.
In 6 Schritten gut vorbereitet zum TÜV
Die Prüfung dauert laut ADAC 30 bis 45 Minuten. Der Prüfer kontrolliert Abgasanlage, Beleuchtung, Bremsen, Elektrik, Karosserie, Fahrgestell, Reifen, Scheiben und Zubehör. Dafür fährt er mit mindestens 8 Kilometern pro Stunde eine kurze Runde, um Lenkung, Bremse und Assistenzsysteme zu testen. Sie müssen nicht selbst dabei sein: Auch eine beauftragte Person darf das Auto vorführen, wenn sie die Papiere dabeihat.
- Lesen Sie den Fälligkeitsmonat von der Plakette am hinteren Kennzeichen ab: Die Zahl oben zeigt den Monat, die Zahl in der Mitte das Jahr. Die Farbe der Plakette gilt fürs Jahr der nächsten Prüfung, 2026 blau, 2027 gelb, 2028 braun.
- Vereinbaren Sie den Termin vor Ablauf des Monats, dann fallen Aufschlag und Verwarnungsgeld gar nicht erst an.
- Prüfen Sie vorher selbst Beleuchtung, Reifenprofil, Scheibenwischer, Hupe und die Warnleuchten im Cockpit. Beleuchtung und Bremsen gehören zu den häufigsten Fehlerquellen.
- Legen Sie Warndreieck und Verbandkasten griffbereit ins Auto.
- Packen Sie den Fahrzeugschein ein, amtlich Zulassungsbescheinigung Teil I, dazu Nachweise für nachgerüstete Teile wie Felgen, Fahrwerk oder Anhängerkupplung.
- Hat eine Werkstatt den Abgastest schon vorher gemacht, nehmen Sie die Bescheinigung mit. Sie darf zur Prüfung nicht älter als einen Monat sein.
Warum Elektroautos keinen Abgastest brauchen
Der Abgastest prüft das Abgasverhalten und bei Autos mit eingebauter Fehlerdiagnose zusätzlich die Fehlercodes und Betriebsdaten der Motorsteuerung. Ein reines Elektroauto hat keinen Verbrennungsmotor und kein Auspuffrohr. Der Abgastest entfällt deshalb, die Prüfstelle berechnet nur die reine Prüfung, bei TÜV NORD in Niedersachsen 110,90 statt 167,90 Euro, bei TÜV SÜD in Bayern 63,30 statt 163,00 Euro.
Stattdessen prüft der Prüfer beim Elektroauto das System der Batterie und der dicken orangefarbenen Kabel, amtlich Hochvoltsystem genannt, per Sichtkontrolle: Batteriegehäuse, Kabel und Ladeanschluss auf Beschädigungen und undichte Stellen. Der TÜV-Verband nennt als typische Befunde bei Elektroautos Fehler an Achsaufhängungen und Bremsscheiben, nicht am Antrieb selbst. Fragen Sie vor dem Termin ausdrücklich nach dem Preis ohne Abgastest, damit die Prüfstelle nicht den höheren Preis mit Abgastest ansetzt.
Autos mit Verbrennungsmotor brauchen den Abgastest immer. Sie können ihn auch in einer dafür anerkannten Werkstatt machen lassen und den Nachweis zur Prüfung mitbringen. Das lohnt sich, wenn die Werkstatt ohnehin die Wartung macht und der Prüfingenieur an einem anderen Tag kommt.
Häufige Fragen
Was kostet die Nachprüfung, wenn ich beim TÜV durchgefallen bin?
Die Nachprüfung kostet bei TÜV NORD in Niedersachsen 24,00 Euro in der ersten Stufe und 42,00 Euro in der zweiten. TÜV SÜD deckelt sie auf zwei Drittel der normalen Gebühr, der ADAC nennt rund 30 Euro als üblichen Wert. Sie muss innerhalb eines Monats nach der Prüfung stattfinden, sonst brauchen Sie eine komplett neue Untersuchung.
Wie lange darf ich den TÜV überziehen, ohne dass es etwas kostet?
Nicht lange: Die Plakette wird mit Ablauf des aufgedruckten Monats ungültig, eine Toleranzfrist gibt es nicht. Ein Verwarnungsgeld von 15 Euro fällt aber erst an, wenn Sie mehr als zwei Monate überziehen. Ab dann verlangt die Prüfstelle außerdem 20 Prozent Aufschlag für eine erweiterte Untersuchung.
Bekomme ich die neue Plakette rückwirkend, wenn ich den TÜV zu spät mache?
Nein, seit dem 1. Juli 2012 wird die Plakette nicht mehr zurückdatiert. Die neue Frist von 24 Monaten beginnt erst mit dem Monat, in dem Sie tatsächlich zur Prüfung fahren, nicht mit dem alten Fälligkeitsmonat auf der abgelaufenen Plakette.
Braucht ein Elektroauto einen Abgastest?
Nein, ein reines Elektroauto braucht keinen Abgastest, weil es keinen Verbrennungsmotor hat. Die Prüfstelle berechnet nur die reine Prüfgebühr, zum Beispiel 110,90 Euro bei TÜV NORD in Niedersachsen statt 167,90 Euro mit Abgastest. Stattdessen prüft der Prüfer Batteriegehäuse, Kabel und Ladeanschluss per Sichtkontrolle.
Welche Unterlagen brauche ich für den TÜV-Termin?
Die wichtigste Unterlage ist die Zulassungsbescheinigung Teil I, früher Fahrzeugschein genannt. Für nachgerüstete Teile wie Felgen, Fahrwerk oder Anhängerkupplung nehmen Sie den Nachweis dafür mit. Hat eine Werkstatt den Abgastest schon vorher gemacht, gehört die Bescheinigung dazu, sie darf nicht älter als einen Monat sein.
Ist die Prüfung bei DEKRA, GTÜ oder KÜS günstiger als beim TÜV?
Das lässt sich pauschal nicht sagen: DEKRA, GTÜ und KÜS veröffentlichen keine bundesweiten Preislisten, ihre Preise hängen an der jeweiligen Prüfstelle aus. TÜV SÜD und TÜV NORD verlangen 2026 je nach Bundesland 160,00 bis 167,90 Euro für einen Pkw mit Abgastest. Den Prüfumfang schreibt für alle Organisationen dasselbe Gesetz vor, Unterschiede gibt es nur beim Preis.
