Einzelne Bauteile kosten 80 bis 600 Euro
Ein Außenspiegel lackieren kostet ab 80 Euro, eine Stoßstange 200 bis 500 Euro, ein ganzes Dach bis zu 600 Euro. Den größten Teil der Rechnung macht die Arbeitszeit aus, nicht der Lack: Für eine Stoßstange braucht die Werkstatt 2 bis 4 Stunden, für ein Dach 4 bis 6 Stunden. Das Material selbst macht nur 30 bis 50 Prozent der Summe aus, der Rest ist Arbeit und Vorbereitung.
| Bauteil | autoreparaturen.de 2025 | Lackiererei Jürs 2019 | Arbeitszeit laut FairGarage |
|---|---|---|---|
| Stoßstange | 250 bis 400 Euro | 200 bis 500 Euro | 2 bis 4 Stunden |
| Tür | 250 bis 450 Euro | 300 bis 400 Euro | 3 bis 5 Stunden |
| Kotflügel | 250 bis 450 Euro | 150 bis 300 Euro | 2 bis 4 Stunden |
| Motorhaube | 300 bis 500 Euro | 250 bis 500 Euro | 3 bis 5 Stunden |
| Dach | 400 bis 600 Euro | keine Angabe | 4 bis 6 Stunden |
| Außenspiegel | 80 bis 150 Euro | keine Angabe | 1 bis 2 Stunden |
| Heckklappe | keine Angabe | keine Angabe | 2 bis 4 Stunden |
Die zwei Preislisten in der Tabelle stammen von einer Werkstattplattform und einem Lackierbetrieb in Lübeck. Eine amtliche Preisstatistik für Lackierungen gibt es nicht. Die Zahlen zeigen deshalb die Größenordnung, nicht den genauen Preis für Ihr Auto. Der hängt von der Lackart, dem Farbton, Vorschäden und davon ab, wie viel die Werkstatt abbauen muss. Metallic- oder Perlmuttlack braucht eine zusätzliche Klarlackschicht und mehr Zeit, damit die Farbe zu den Nachbarteilen passt.
Warum eine Komplettlackierung 1.000 bis 5.000 Euro kostet
Eine Komplettlackierung kostet beim Kleinwagen 1.000 bis 3.000 Euro, in der Mittelklasse 2.000 bis 4.000 Euro und beim SUV, Kombi oder Van 3.000 bis 5.000 Euro. Eine Lackiererei aus Lübeck kam 2019 auf ähnliche Werte: 1.500 bis 3.000 Euro beim Kleinwagen, 3.500 bis 5.000 Euro bei einer Limousine. Der Grund für die hohe Summe ist die Arbeitszeit, denn die Werkstatt braucht 20 bis 30 Stunden für einen Kleinwagen und 35 bis 50 Stunden für ein SUV. Bei 126 Euro je Stunde macht allein die Arbeit 2.520 bis 6.300 Euro der Rechnung aus.
Wie viel Sie am Ende zahlen, hängt vom Umfang ab. Am günstigsten ist es, wenn die Werkstatt nur die Außenhaut bei geschlossenen Türen lackiert. Sollen Türfalze, Motorraum und Innenkanten mit lackiert werden, kommen 800 bis 1.300 Euro dazu. Für das Abbauen von Leuchten, Griffen und Zierleisten fallen noch einmal 500 bis 1.300 Euro an. Ohne dieses Abbauen klebt die Werkstatt die Teile nur ab, und an den Kanten bleibt die alte Farbe sichtbar.
- Farbwechsel statt Originalfarbe: Motorraum, Türeinstiege und Kofferraum müssen mit lackiert werden, sonst bleibt an jeder Kante die alte Farbe sichtbar.
- Vorschäden: Die Werkstatt beseitigt Rost, Dellen und Spachtelstellen vor dem Lackieren, und jede Stunde Vorarbeit kostet den vollen Stundensatz.
- Lackart: Uni-Lack ist am günstigsten. Metallic und Perlmutt brauchen Klarlack und einen Farbabgleich, Mattlack eine eigene Technik.
- Folierung als Alternative: 800 bis 2.500 Euro laut autoreparaturen.de, 2.000 bis 3.000 Euro laut der Lackiererei aus Lübeck. Eine Folie schützt den Lack darunter und lässt sich später wieder abziehen.
Wann Smart Repair für 50 bis 150 Euro reicht
Smart Repair repariert kleine Schäden gezielt, ohne das ganze Bauteil neu zu lackieren. Der Lackierer arbeitet mit einer sehr kleinen Sprühpistole oder einer Spraydose und behandelt nur die beschädigte Stelle. Der Automobilclub ADAC nennt für einen Lackschaden von 25 Millimetern Durchmesser 50 bis 100 Euro und für eine ebenso große Delle 50 bis 120 Euro. Einen Kratzer am Kunststoffstoßfänger bessert er ab 50 Euro aus, eine Werkstattplattform nennt für solche Stellen 80 bis 150 Euro.
Das Verfahren hat Grenzen. Laut ADAC eignet sich Smart Repair für Lackschäden bis 3,5 Zentimeter Länge oder Durchmesser. Ein Steinschlag darf dabei nicht größer als etwa 5 Millimeter sein. Größere Schäden oder ein Schaden über einer Kante brauchen die Lackierung des ganzen Teils, weil der Übergang sonst sichtbar bleibt.
Ist der Schaden kleiner als 3,5 Zentimeter und liegt er nicht auf einer Kante?
Smart Repair für 50 bis 150 Euro je Stelle. Holen Sie ein Angebot von einem Lackierer mit dieser Ausrüstung ein.
Sind höchstens zwei Bauteile betroffen, zum Beispiel Stoßstange und Kotflügel?
Teillackierung der betroffenen Teile für 150 bis 600 Euro je Teil, mit Farbabgleich der Nachbarteile für einen unsichtbaren Übergang.
Wollen Sie die Farbe wechseln, oder ist der Lack am ganzen Auto verwittert?
Komplettlackierung für 1.000 bis 5.000 Euro oder Folierung für 800 bis 3.000 Euro. Melden Sie einen Farbwechsel bei Ihrem nächsten Kontakt mit der Zulassungsstelle.
Lassen Sie sich die Summe der Einzelteile und die Komplettlackierung nebeneinander anbieten und vergleichen Sie beide.
Wann Sie eine neue Farbe melden müssen
Ihre Autofarbe steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I, dem früheren Fahrzeugschein. Für die meisten Änderungen an Ihrem Auto gilt: Sie müssen sie sofort melden, etwa eine neue Anschrift oder mehr Motorleistung. Für die Farbe gilt eine mildere Regel. Sie teilen die neue Farbe der Zulassungsstelle erst mit, wenn Sie ohnehin mit ihr in Kontakt treten, also bei der nächsten Ummeldung, einem Halterwechsel oder einem anderen Eintrag.
Das gilt für eine Lackierung genauso wie für eine Folierung, wenn sie die Grundfarbe des Autos ändert. Wer die Meldung auch dann noch vergisst, riskiert, dass die Zulassungsstelle die Nutzung des Autos untersagt, bis die Meldung nachgeholt ist. Bei einer Polizeikontrolle hilft es, die Rechnung der Lackiererei oder des Folierers im Auto dabei zu haben. Damit erklärt sich die Abweichung zwischen Papier und Auto von selbst.
Welche Versicherung einen Lackschaden bezahlt
Ob eine Versicherung die Lackierung zahlt, hängt von der Ursache ab. Für Schäden, die Sie nicht selbst verursacht haben, wie Hagel, Marder oder Diebstahl, springt die Teilkasko ein, eine freiwillige Zusatzversicherung zum Auto. Die umfassendere Vollkasko deckt zusätzlich Schäden, die Sie selbst oder ein Unbekannter verursacht hat. Kratzer durch Vandalismus, ein abgetretener Spiegel oder ein selbst verursachter Parkschaden zahlt deshalb laut den Versicherern Allianz und Verti die Vollkasko. Die Teilkasko übernimmt bei Vandalismus nur Glasbruch, dazu Schäden durch Unwetter, Brand oder Einbruch. Eine Delle vom Einkaufswagen oder ein Kratzer vom Pfosten in der Tiefgarage bleibt ohne Vollkasko an Ihnen hängen.
Vor der Schadenmeldung lohnt sich ein Kostenvoranschlag, eine schriftliche Preisschätzung der Werkstatt, bevor die Reparatur beginnt. Die Vollkasko zieht nämlich Ihre Selbstbeteiligung ab, den Betrag, den Sie bei jedem Schaden selbst tragen, und stuft Sie in der Schadenfreiheitsklasse zurück, der Einstufung, die Ihren Rabatt bestimmt. Eine Rückstufung macht die Versicherung über Jahre teurer. Die Allianz nennt als Faustregel: Bei Schäden unter 1.000 Euro lohnt sich oft die Reparatur aus eigener Tasche. Bei Vandalismus erstatten Sie zuerst Anzeige bei der Polizei und fotografieren den Schaden, bevor die Werkstatt ihn anfasst. Verti rät, den Schaden der Versicherung spätestens innerhalb von sieben Tagen zu melden.
Wie Sie eine Nachlackierung beim Gebrauchtwagen erkennen
Eine Werkslackierung ist laut AutoScout24 80 bis 140 Mikrometer dick. Eine Nachlackierung liegt bei 180 bis 300 Mikrometern, gespachtelte Stellen kommen auf über 400 bis mehr als 1.000 Mikrometer. Ein Lackschichtdickenmessgerät kostet ab etwa 30 Euro und misst den Wert an jedem Blechteil in wenigen Sekunden. Kunststoffteile wie Stoßstangen misst ein einfaches Gerät nicht, dort helfen nur Augen und Finger.
- Farbunterschiede und ein anderer Glanzgrad zwischen benachbarten Teilen bei Tageslicht.
- Eine wellige Oberfläche, die der Werkslack in dieser Form nicht zeigt, auch Orangenhaut genannt.
- Sprühnebel auf Gummidichtungen, Kunststoffteilen oder im Türfalz.
- Ungleiche oder verlaufende Abstände zwischen Tür, Kotflügel und Motorhaube.
- Messwerte über 180 Mikrometer an einzelnen Teilen, während der Rest bei 80 bis 140 liegt.
Eine Nachlackierung ist kein Mangel, wenn sie fachgerecht ausgeführt wurde und der Verkäufer sie Ihnen nennt. Sie wird zum Warnsignal, wenn sie verschwiegen wird oder wenn hohe Messwerte auf Spachtel und damit auf einen größeren Unfallschaden hindeuten. Lassen Sie sich in beiden Fällen die Rechnung zeigen.
So beauftragen Sie eine Lackierung in 6 Schritten
- Notieren Sie den Farbcode vom Typenschild in der Tür oder im Motorraum, und fotografieren Sie den Schaden bei Tageslicht.
- Holen Sie zwei schriftliche Angebote ein, die Vorarbeit, Abbauen, Lackmaterial, Farbabgleich und Arbeitszeit einzeln zeigen.
- Fragen Sie, ob der Betrieb den Farbton nach Code anmischt und an einem Musterblech prüft, bevor er lackiert.
- Lassen Sie sich die Garantie auf die Lackierung schriftlich geben, mit Laufzeit und Umfang.
- Nehmen Sie das Auto bei Tageslicht ab, und prüfen Sie Farbübergang, Staubeinschlüsse, Läufer und Sprühnebel an Dichtungen, bevor Sie zahlen.
- Heben Sie Rechnung und Farbcode auf, und melden Sie einen Farbwechsel bei Ihrem nächsten Kontakt mit der Zulassungsstelle.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Stoßstange lackieren zu lassen?
Eine Stoßstange lackieren zu lassen kostet 250 bis 400 Euro laut einer Werkstattplattform und 200 bis 500 Euro laut einer Lübecker Lackiererei. Die Werkstatt braucht dafür 2 bis 4 Stunden. Kratzer unter 3,5 Zentimetern bessert Smart Repair oft schon ab 50 Euro aus, ohne die ganze Stoßstange neu zu lackieren.
Was kostet eine Komplettlackierung beim Auto?
Eine Komplettlackierung kostet 1.000 bis 3.000 Euro beim Kleinwagen, 2.000 bis 4.000 Euro in der Mittelklasse und 3.000 bis 5.000 Euro bei SUV, Kombi und Van. Der Preis entsteht vor allem durch 20 bis 50 Stunden Arbeitszeit zu 126 bis 155 Euro je Stunde. Türfalze, Motorraum und Abbauen von Teilen kosten extra.
Muss ich eine neue Autofarbe bei der Zulassungsstelle eintragen lassen?
Ja, eine neue Autofarbe müssen Sie der Zulassungsstelle mitteilen, aber nicht sofort. Sie melden sie, sobald Sie das nächste Mal ohnehin mit der Behörde zu tun haben, etwa bei einer Ummeldung. Das gilt für Lackierung und Folierung gleichermaßen.
Zahlt die Teilkasko, wenn mein Auto zerkratzt wurde?
Nein, bei mutwillig zerkratztem Lack zahlt die Teilkasko nicht, die Zusatzversicherung, die vor allem Glasbruch, Unwetter, Brand und Einbruch abdeckt. Kratzer, Dellen und abgetretene Spiegel übernimmt laut Allianz und Verti die umfassendere Vollkasko, abzüglich Ihrer Selbstbeteiligung und mit einer Rückstufung Ihres Rabatts.
Wie erkenne ich, ob ein Gebrauchtwagen nachlackiert wurde?
Eine Nachlackierung erkennen Sie mit einem Lackschichtdickenmessgerät ab etwa 30 Euro. Werkslack ist laut AutoScout24 80 bis 140 Mikrometer dick, Nachlackierungen liegen bei 180 bis 300 Mikrometern, Spachtelstellen über 400 Mikrometern. Weitere Hinweise sind Farbunterschiede, eine wellige Oberfläche, Sprühnebel auf Dichtungen und ungleiche Abstände zwischen den Teilen.
