Diese Kilometer- und Jahresgrenzen gelten für Sie
Motoröl schmiert, kühlt und reinigt den Motor. Dabei altert es auf zwei Wegen: Die Zusatzstoffe verbrauchen sich mit den gefahrenen Kilometern, und das Öl nimmt Kraftstoff, Wasser und Rußpartikel auf, auch wenn das Auto wenig bewegt wird. Deshalb nennt jeder Hersteller zwei Grenzen, eine in Kilometern und eine in Monaten, und es gilt die Grenze, die zuerst erreicht wird. Welche Zahlen für Ihr Auto gelten, steht im Serviceheft und in der Betriebsanleitung.
Volkswagen und Audi setzen beim festen Ölservice dieselbe Grenze: 15.000 Kilometer oder ein Jahr. Beim flexiblen Intervall sind es bei beiden Marken bis zu 30.000 Kilometer oder zwei Jahre. Opel verlangt beim festen Service ebenfalls 30.000 Kilometer, aber nur ein Jahr.
| Hersteller | Wartungssystem | Kilometer | Zeit | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Volkswagen | fester Service | alle 15.000 Kilometer | mindestens einmal im Jahr | Volkswagen |
| Volkswagen | flexibler Service nach Anzeige | spätestens 30.000 Kilometer | spätestens zwei Jahre | Volkswagen |
| Audi | flexibles Intervall | bis maximal 30.000 Kilometer | innerhalb von zwei Jahren | ADAC |
| Audi | fester Ölservice | alle 15.000 Kilometer | jährlich | ADAC |
| Audi | feste Inspektion | alle 30.000 Kilometer | alle zwei Jahre | ADAC |
| Opel | fester Service | alle 30.000 Kilometer | ein Jahr, je nachdem, was zuerst eintritt | ADAC |
| BMW | zustandsabhängig nach Anzeige | keine feste Grenze genannt | keine feste Grenze genannt | ADAC |
BMW hat laut ADAC 1982 als erster Hersteller flexible Wartungsintervalle eingeführt und setzt bis heute vollständig darauf. Das Auto berechnet den Termin aus Kilometern, Zeit und Fahrweise und zeigt ihn im Bordcomputer an. Verbindlich ist dann diese Anzeige, nicht eine Tabelle. Für Neuwagen empfiehlt der ADAC in manchen Fällen einen ersten Wechsel schon nach den ersten 1.000 Kilometern, weil sich in der Einfahrphase Abrieb im Öl sammelt. Ob das für Ihr Modell gilt, sagt die Betriebsanleitung.
Wann der Longlife-Service zu Ihnen passt
Longlife bedeutet: Ihr Auto darf das Öl bis zu zwei Jahre oder 30.000 Kilometer fahren, wenn drei Dinge stimmen. Erstens muss ein Longlife-Öl mit der Freigabe des Herstellers im Motor sein, bei Volkswagen zum Beispiel ein Öl mit der Freigabe VW 504 00 oder VW 507 00. Laut ADAC gehört dazu die Viskosität SAE 0W oder 5W. Zweitens muss Ihr Auto auf den flexiblen Service eingestellt sein. Drittens muss Ihr Fahrprofil passen: regelmäßig längere Strecken, bei denen das Öl seine Betriebstemperatur erreicht.
Kurzstrecken sind das Problem. Der ADAC beschreibt, wie sich das Öl bei Dieselmotoren verdünnt: Unvollständig verbrannter Kraftstoff gelangt ins Öl, weil der Partikelfilter für seine Selbstreinigung Temperaturen bis 700 Grad Celsius braucht. Diese Temperaturen erreichen Sie auf kurzen Fahrten nicht, und verdünntes Öl schmiert schlechter. Dasselbe passiert bei Benzinmotoren mit Partikelfilter. Für überwiegenden Stadtverkehr empfiehlt der ADAC deshalb einen häufigeren, möglichst jährlichen Wechsel, unabhängig vom Longlife-Intervall. Volkswagen schreibt es kürzer: Viele Kurzstrecken und Kaltstarts können die Wechselintervalle verkürzen.
Fahren Sie mehr als 15.000 Kilometer im Jahr, überwiegend auf Landstraße und Autobahn?
Ist ein Longlife-Öl mit Herstellerfreigabe eingefüllt und Ihr Auto auf flexiblen Service eingestellt?
Bleiben Sie beim Longlife-Service und folgen Sie der Anzeige. Halten Sie zum Nachfüllen einen Liter desselben Öls im Kofferraum bereit.
Lassen Sie die Werkstatt bei der nächsten Inspektion auf Longlife-Öl und flexiblen Service umstellen, wenn der Hersteller das für Ihr Modell vorsieht.
Besteht Ihr Alltag aus Fahrten unter 10 Kilometern, Stadtverkehr und häufigen Kaltstarts?
Wählen Sie den festen Service mit jährlichem Ölwechsel. Bei einem Diesel mit Partikelfilter ist das die sichere Wahl gegen verdünntes Öl.
Der feste Service alle 15.000 Kilometer oder einmal im Jahr passt. Bei unter 15.000 Kilometern im Jahr entscheidet die Zeitgrenze, nicht der Kilometerstand.
Was ein Ölwechsel 2026 in der Werkstatt kostet
Ein Ölwechsel ist laut ADAC bei Werkstattketten kaum noch unter 100 Euro zu haben. Wer selbst wechselt, zahlt für Öl, Ölfilter und den Dichtring der Ablassschraube etwa 50 bis 90 Euro. Der Unterschied ist die Arbeitszeit und die Entsorgung. Was der Ölwechsel in Ihrer Werkstatt kostet, hängt von der Ölmenge, der Ölqualität und dem Stundensatz ab. Ein Kleinwagen mit vier Litern Standardöl ist günstiger als ein Sechszylinder mit acht Litern Longlife-Öl.
- Motoröl in der vom Hersteller freigegebenen Sorte, die Menge steht in der Betriebsanleitung.
- Ölfilter, bei jedem Wechsel neu, weil ein gesättigter Filter das frische Öl sofort verschmutzt.
- Dichtring der Ölablassschraube, ein Cent-Artikel, der undicht wird, wenn Sie ihn zweimal verwenden.
- Arbeitszeit für Ablassen, Filterwechsel, Befüllen, Kontrolle und das Zurücksetzen der Serviceanzeige.
- Entsorgung des Altöls, die bei einer Werkstatt im Preis enthalten ist.
Wer selbst wechselt, muss das Altöl nicht bezahlen, sondern kann es zurückgeben. Jeder, der gewerblich Motoröl verkauft, muss eine Annahmestelle anbieten und dort gebrauchtes Öl bis zur Menge des verkauften Öls kostenlos annehmen. Das gilt auch für Ölfilter und für den Versandhandel. Heben Sie den Kaufbeleg auf, er belegt die Menge.
Welches Öl in Ihren Motor gehört
Drei Angaben beschreiben ein Motoröl. Die SAE-Klasse wie 5W-30 nennt das Fließverhalten: Die Zahl vor dem W zeigt, wie gut das Öl bei Kälte fließt, je kleiner, desto besser beim Kaltstart. Die Zahl dahinter zeigt das Verhalten bei Hitze. Die ACEA-Klasse beschreibt den Einsatzzweck: A für Benziner, B für Diesel, C für Motoren mit Partikelfilter und moderner Abgasreinigung. Die Herstellerfreigabe wie VW 504 00, BMW Longlife-04 oder MB 229.5 ist die verbindliche Angabe, weil sie zeigt, dass der Hersteller das Öl am eigenen Motor geprüft hat.
Für Motoren mit Partikelfilter brauchen Sie laut ADAC aschearme Öle der ACEA-Klassen C1 bis C7, genannt Low-SAPS-Öle. Andere Öle setzen den Filter zu. Ein Öl ohne die vorgeschriebene Freigabe gefährdet laut ADAC außerdem die Garantie in der freien Werkstatt. Öle gleicher Freigabe dürfen Sie zum Nachfüllen mischen, auch synthetische mit mineralischen, und Nachfüllen mit einem höherwertigen Öl ist grundsätzlich unproblematisch. Zweitaktöl gehört nie in einen Viertaktmotor.
In 5 Schritten prüfen Sie den Ölstand
Ein Motor verbraucht Öl, auch wenn er in Ordnung ist. AutoScout24 zitiert die Herstellerangaben mit 50 bis 300 Millilitern auf 1.000 Kilometer, üblich seien eher 10 bis 100 Milliliter. Zwischen zwei Ölwechseln kann der Stand deshalb von Max auf Min sinken, der Abstand zwischen beiden Markierungen entspricht laut ADAC etwa einem Liter. Wer den Stand nie prüft, fährt irgendwann mit zu wenig Öl. Der ADAC empfiehlt eine Kontrolle etwa alle paar tausend Kilometer, bei älteren Autos häufiger.
- Stellen Sie das Auto auf ebenem Boden ab. Der Motor soll warm sein und ein paar Minuten stehen, der ADAC nennt etwa zwei Minuten, damit das Öl in die Ölwanne zurückläuft.
- Ziehen Sie den Ölmessstab heraus, wischen Sie ihn mit einem Tuch ab und stecken Sie ihn bis zum Anschlag wieder ein.
- Ziehen Sie den Stab erneut heraus und lesen Sie den Stand ab. Er soll zwischen Min und Max liegen.
- Füllen Sie unter Min in kleinen Schritten nach, mit dem Öl der vorgeschriebenen Freigabe. Ein Liter entspricht dem ganzen Bereich zwischen den Markierungen, füllen Sie also nie den vollen Liter auf einmal ein.
- Steht das Öl deutlich über Max, lassen Sie es in der Werkstatt abpumpen. Zu viel Öl kann laut ADAC bei Dieselmotoren dazu führen, dass der Motor unkontrolliert Öl ansaugt und durchgeht.
Bei Autos mit elektronischer Ölstandsanzeige im Bordcomputer gilt der Wert laut ADAC als Anhaltspunkt, nicht als Garantie. Ist kein Messstab verbaut, folgen Sie der Anzeige und lassen Sie den Stand bei jeder Inspektion prüfen. Ein plötzlich steigender Verbrauch, blauer Rauch aus dem Auspuff oder Ölflecken unter dem Auto sind Gründe für einen Werkstatttermin, unabhängig vom Intervall.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich das Motoröl wechseln?
Das Motoröl muss nach dem Intervall gewechselt werden, das der Hersteller festlegt. Volkswagen nennt für den festen Service alle 15.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr, für den flexiblen Longlife-Service spätestens nach 30.000 Kilometern oder zwei Jahren. Opel schreibt laut ADAC 30.000 Kilometer oder ein Jahr vor. Es zählt die Grenze, die zuerst erreicht wird.
Was kostet ein Ölwechsel in der Werkstatt?
Ein Ölwechsel in der Werkstatt ist laut ADAC bei Werkstattketten kaum noch unter 100 Euro zu haben. Wer selbst wechselt, zahlt für Öl, Ölfilter und Dichtring etwa 50 bis 90 Euro. Der Preis hängt von der Ölmenge, der vorgeschriebenen Ölqualität und dem Stundensatz der Werkstatt ab.
Verkürzen Kurzstrecken das Ölwechselintervall?
Ja, Kurzstrecken verkürzen das Ölwechselintervall. Volkswagen nennt viele Kurzstrecken und Kaltstarts ausdrücklich als Grund für kürzere Intervalle. Bei Dieselmotoren mit Partikelfilter gelangt laut ADAC unverbrannter Kraftstoff ins Öl, weil der Filter seine hohe Reinigungstemperatur auf kurzen Fahrten nicht erreicht. Für überwiegenden Stadtverkehr empfiehlt der ADAC einen jährlichen Wechsel.
Kann ich Longlife-Öl mit normalem Öl nachfüllen?
Longlife-Öl sollten Sie nur mit einem Öl derselben Herstellerfreigabe nachfüllen, sonst verliert das Öl seine Longlife-Eigenschaft und das Intervall gilt nicht mehr. Laut ADAC ist Nachfüllen mit einem höherwertigen Öl grundsätzlich unproblematisch, Öle gleicher Freigabe dürfen Sie mischen. Bei Motoren mit Partikelfilter brauchen Sie ein aschearmes Öl der ACEA-Klassen C1 bis C7.
Wo kann ich Altöl nach dem Ölwechsel kostenlos abgeben?
Altöl können Sie dort kostenlos abgeben, wo Sie das neue Öl gekauft haben. Jeder gewerbliche Verkäufer von Motoröl muss eine Annahmestelle anbieten und gebrauchtes Öl bis zur verkauften Menge kostenlos annehmen, das gilt auch für Ölfilter und für den Versandhandel. Alternativ nimmt der Wertstoffhof Altöl an.
Wie viel Ölverbrauch ist bei einem Auto normal?
Ein normaler Ölverbrauch liegt laut den von AutoScout24 zitierten Herstellerangaben zwischen 50 und 300 Millilitern auf 1.000 Kilometer, üblich sind eher 10 bis 100 Milliliter. Der Abstand zwischen Min und Max am Messstab entspricht laut ADAC etwa einem Liter. Ein plötzlich steigender Verbrauch oder blauer Rauch aus dem Auspuff gehört in die Werkstatt.
